biblio - Buch des Monats Februar 2026

Buch des Monats Februar

Ein bretonischer Fischer; eine deutsche Genetikerin; eine Schaf-Chimäre: Über mehrere Zeitebenen hinweg wird das Schicksal mehrere Figuren mit der herben Landschaft Islands verwoben.


Auf zwei sich stets abwechselnden Erzählebenen und über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren entspinnt sich ein wirklich lesenswerter Roman. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zur Blütezeit der Fischindustrie, machen sich jedes Jahr nordfranzösische Seemänner wie Olier und Alan auf ihre höchst riskante Tour, um vor Island Kabeljau zu fangen. Die Arbeitsbedingungen auf dem Schiff sind extrem, das Wetter nicht weniger. Die raue See fordert jede Saison ihre Opfer. Oliers Kollegen sind Bretonen; Olier lernt aber nicht nur bretonisch, sondern mit der Zeit auch isländisch. Denn als er verletzt in einem französischen Krankenhaus auf Island aufgenommen wird, verliebt er sich in die junge Krankenschwester Sólrún, die über diese Zeit Tagebuch führt.
Der zweite Handlungsstrang dreht sich um die deutsche Genetikerin Maris, die mehr als ein Jahrhundert später eine Forschungsreise nach Island unternimmt. Der Aufenthalt ist beruflich motiviert, bietet ihr aber auch eine willkommene Ablenkung: Denn vor der gezielten Suche nach ihrem unbekannten Vater scheut sie zurück. Bei den isländischen Ostfjorden erwartet sie eine besonders karge Landschaft – und ein Schafbauernhof, der von Siggi und seinem polnischen Gehilfen Adam bewirtschaftet wird und die Geburt eines außergewöhnlichen Lamms gemeldet hat. Von dieser zweifarbigen Chimäre soll Maris gemeinsam mit einer Kollegin Labormaterial nach Deutschland bringen. Unterstützt von Siggi und Adam, findet Maris aber noch etwas auf dem Hof: ein altes Tagebuch...
Die Autorin lebt seit einigen Jahren mit ihrer Familie in Island; dass sie ihre Wahlheimat liebt und gründlich recherchiert hat, zieht sich sehr erfreulich durch das ganze Buch. Sie spielt gekonnt mit den zeitlichen Sprüngen und der weiteren Perspektive, die sich durch Sólrúns Tagebuch ergibt. Der unwiderstehliche Sog des Romans liegt aber bestimmt auch an den exzellenten Beschreibungen von Landschaft und Natur mit all ihren Facetten. Absolute Leseempfehlung!

Sabine Krutter | Österreichisches Bibliothekswerk

Buch des Monats Februar:
Berit Glanz: Unter weitem Himmel Berlin: Berlin Verlag 2025. 254 Seiten.

Den Buchtipp im Februar hat das Team des Österreichischen Bibliothekswerks ausgesucht.
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